All die schönen Dinge / Ruth Olshan


Titel: All die schönen Dinge
Autor: Ruth Olshan
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3789103711
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
Tammie sammelt mit ihren 16 Jahren Grabsteinsprüche. Dies scheint zunächst ungewöhnlich aber nur solange, bis man weiß das Tammie ein Aneurysma im Kopf hat, das jeden Moment explodieren kann aber nicht muss. Diese Gedanken trägt Tammy mit sich herum und als sie eines Tages auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, ändert sich alles.

Eindruck
Schon der Titel klingt sehr berührend und lebensbejahend und beide Faktoren schaffen es, sich durch den gesamten Handlungsverlauf zu ziehen.
Ruth Olshan lässt in ihrer Geschichte die 16-jährige Tammie im Ich-Stil erzählen und dem Leser wird ziemlich schnell bewusst, dass dieses Mädchen sehr erwachsen mit ihrem Aneurysma und der Tatsache, dass sie jeden Tag dran sterben könnte, umgehen.
Erwachsener, als manch andere Personen in ihrem Umfeld.
Dies allein hat es schon geschafft mich zu berühren, denn Tammies Emotionen werden sehr beeindruckend dargestellt und nachvollziehbar beschrieben. Sie erscheint sehr tapfer und geht extrem erwachsen mit dem Thema um. Dies wirkt zumindest anfangs etwas bedrückend aber das ändert sich in dem Moment als sie Fynn kennenlernt.
Denn ab diesem Zeitpunkt ist es nicht mehr so wichtig, ständig nach dem perfekten Grabspruch zu suchen und über Verbote und Regeln nachzudenken, im Leben auf- oder abzuräumen. Gemeinsam mit Fynn entdeckt sie ganz neue Dinge, schöne Dinge, die sie unbedingt erleben möchte.
Und nebenbei fügen sich noch weitere unterhaltsame und spannende Nebenstränge mit ein, die dem Leser ebenfalls ans Herz gehen und ihn zum Weinen und Lachen bringen können.

Figuren
Die Beschreibung der Personen finde ich sehr gelungen. Sie sind sehr detailliert mit genug Tiefe beschrieben und verleiten dazu, Emotionen zu wecken, mit ihnen mitzulachen oder auch zu weinen.
Vor allem Tammieals Protagonistin ist sehr glaubwürdig dargestellt und ich konnte schnell mit ihr sympathisieren. Ihre Art mit diesem Thema umzugehen, so erwachsen und tapfer, haben mir sehr gut gefallen.
Doch auch Ihre Eltern, Fynn und seine Mutter oder eben auch andere Figuren wecken das Interesse und ziehen in ihren Bann.

Schreibstil
Die Autorin verwendet einen warmherzigen und fesselnden Schreibstil, der jugendliche und auch erwachsene Leser anspricht und perfekt für diese Geschichte passt.
Von der ersten Seite an, konnte mich die Autorin in ihren Bann ziehen und fesseln.
Die Schauplätze und Personen sind so bildhaft beschrieben, dass es problemlos gelingt, sich diese Geschichte im eigenen Kopf vorzustellen und wahres Kopfkino zu erleben.
Da für die Handlung mit ihren 41 kurzen Kapiteln nur knapp 300 Seiten vorgesehen sind, handelt die Autorin im Verlauf die wesentlichen Ereignisse der Geschichte schnell und ohne Umschweife ab, was mich persönlich weniger störte.

Fazit
„All die schönen Dinge“ ist ein Roman, den ich persönlich nicht mehr so schnell vergessen werde.
Ich habe gelacht und ja, auch geweint, allerdings aus komplett anderen Gründen als vermutet. Es ist eine warmherzige und bewegende Geschichte, für jugendliche aber auch erwachsene Leser, die ans Herz geht und sich im Kopf festsetzen kann.

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